Der Heringsschmaus: Seiner Ursprünge entkommen

Philipp Stottan
Gerollter Hering

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Von dem ursprünglichen Gedanken des Heringsschmaus ist nicht mehr viel geblieben – außer vielleicht der Fisch. Als Speise für arme Leute – aufgrund des niedrigen Preises des Herings – verzehrt, hat sich das Event “Heringsschmaus” als kulinarisches Erlebnis für Fisch und Seafood aller Art entwickelt. Gerade in Wien kann dies am 6. März an zahlreichen Orten exzellent zelebriert werden.

Doch nicht nur der Preis war ein ausschlaggebendes Kriterium für den Hering am Ende der Faschingszeit. Der Fisch galt als entgiftend, was nach den oftmaligen alkoholischen Exzessen in der Faschingszeit als notwendig angesehen wurde. Zudem soll im christlichen Glauben ab dem Aschermittwoch für 40 Tage gefastet werden – daher bot sich Fisch ideal an.

Quer durch die Gesellschaft

Wie bereits erwähnt kann von “Arme Leute-Essen” heute keine Rede mehr sein. Ganz im Gegenteil, denn beim Heringsschmaus wird eher der kulinarischen Vielfalt des Seafood gefrönt. Skrei, Shrimps oder Muscheln sind nur ein paar der Zutaten, die in diversen Restaurants verarbeitet werden.

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Serviert werden fantastisch klingende Gerichte wie das Filet vom Skrei mit Erdäpfel Lauch, Kümmel-Zitronensud und Kresse im Pichlmaiers zum Herkner oder die Sardelle (2015) mit Wachtelei, Avocado, Chioggia und Buchenpilz im Lingenhel. Auf den eigentlichen Hauptdarsteller, nämlich den Hering, wird aber auch nicht vergessen und kommt unter anderem im Das Spittelberg als “Gabelbissen” mit Zweierlei Hering, Apfel-Rahm, confiertem Eidotter und Kaviar oder im beef & glory auch als Hering Salat mit Txogitxu, Remoulade und sauren Erdäpfel zum Einsatz.

Also egal aus welchen Gründen man sich dem Heringsschmaus hingibt, sei es als Einläuten der Fastenzeit, zum Ausklang der Faschingszeit oder einfach aus Liebe zur Kulinarik des Meeres, Wien bietet zahlreiche Angebote und Möglichkeiten, auf die man am 6. März zurückgreifen kann.