Neueröffnung: Huhu Hotpot

Ina Dieringer

Ein dampfender Topf in der Mitte des Tisches, rundherum Freunde, Familie, Gespräche, Lachen – und viel Zeit. HuHu Hotpot, neu eröffnet im 3. Wiener Bezirk, setzt auf ein Esskonzept, das in China seit Generationen zum Alltag gehört, hierzulande aber noch immer als kleine Entdeckung gilt: Hotpot.

Hinter dem Lokal steht Yunzhu Hu, der aus China stammt und weiß, warum der Feuertopf dort weit mehr ist als nur eine Mahlzeit. „Wir Asiaten lieben Hotpot“, sagt er. „Man trifft sich, sitzt ewig zusammen, kocht gemeinsam, isst gemeinsam. Es ist sehr gesellschaftlich.“ Genau dieses Miteinander möchte Hu nach Wien bringen – in eine Stadt, die zwar kulinarisch offen ist, aber oft noch an klassische Rollenverteilungen beim Essen festhält. Denn Hotpot dreht das gewohnte Prinzip um: Während in vielen Haushalten eine Person in der Küche steht und kocht, passiert hier alles direkt am Tisch. „Niemand muss alleine in der Küche stehen“, sagt Hu. „Man sitzt drei oder vier Stunden entspannt zusammen, redet, isst zwischendurch, probiert Neues. Das ist viel angenehmer.“

Kein schnelles Essen

Hotpot ist bewusst kein schnelles Gericht. Es geht nicht um Tempo, sondern um Dauer. In der Mitte des Tisches steht der große Topf, oft mit kräftiger Rinderbrühe, die als Basis dient. Darin garen die Gäste selbst, was sie möchten: Fleisch, Nudeln, Meeresfrüchte, verschiedenstes Gemüse. Alles wird frisch in die Brühe gegeben, portionsweise, nach Lust und Laune. Das Konzept bei HuHu Hotpot ist All You Can Eat: gegessen wird so viel man möchte, ohne Zeitdruck. „Hotpot lebt davon, dass man sich Zeit nimmt“, sagt Hu. „Man probiert, man wartet, man redet – und isst dann weiter.“ Dass dieses entschleunigte Essen gerade jetzt gut ankommt, überrascht ihn nicht. „Viele Menschen wollen nicht mehr schnell rein, schnell raus. Sie wollen sitzen bleiben.“

Warum Hotpot gerade jetzt funktioniert

In Europa sei Hotpot lange unterschätzt worden, meint Hu. Zu fremd, zu erklärungsbedürftig, zu wenig bekannt. Doch das ändert sich. „Die Leute sind neugieriger geworden“, sagt er. „Kochen, essen und plaudern – das passt gut in diese Zeit.“ Vielleicht auch, weil gemeinsames Essen wieder stärker als soziales Erlebnis wahrgenommen wird, nicht nur als notwendige Nahrungsaufnahme. Gerade in Wien, wo Essen traditionell viel Raum einnimmt, trifft das Konzept einen Nerv. HuHu Hotpot positioniert sich dabei bewusst nicht als Trend-Lokal, sondern als Ort zum Zusammenkommen.

Auch für Familien gedacht

Ergänzt wird der Hotpot durch ein Buffet, das Alternativen bietet – etwa Sushi. Ein bewusst gesetzter Kontrast, der vor allem Familien entgegenkommt. „Kinder mögen Hotpot oft nicht sofort“, erklärt Hu. „Beim Buffet finden sie trotzdem etwas, das ihnen schmeckt.“ So bleibt der Besuch entspannt, auch wenn nicht alle am Tisch sofort Fans des brodelnden Topfs sind. Dass unterschiedliche Vorlieben Platz haben, ist Teil des Konzepts. Niemand muss alles mögen, niemand alles probieren.

Rasumofskygasse 2, 1030 Wien
Mo-So 11:00 bis 22:00