Im ersten Halbjahr dieses Jahres endet eine Ära: Das Café Sacher Graz schließt nach über zwei Jahrzehnten seine Türen. Diese Entscheidung wurde nach einer ehrlichen wirtschaftlichen Bewertung getroffen – eine Entscheidung, die sowohl für die Sacher Gruppe als auch für ihre treuen Mitarbeitenden und Gäste alles andere als leicht fiel.
Das Café Sacher Graz, das seit seiner Eröffnung im Jahr 2002 ein Symbol für gelebte österreichische Kaffeehauskultur war, verabschiedet sich damit aus der steirischen Landeshauptstadt.
Ein Ort der Begegnung und Kaffeehauskultur
Mit der Eröffnung des Cafés im Jahr 2002 wurde die Idee geboren, die Marke Sacher – bekannt durch die weltberühmte Original Sacher-Torte – auch außerhalb Wiens zu etablieren. Seitdem war das Café ein Ort, an dem Tradition, Stil und Genuss aufeinandertreffen. Ob für ein elegantes Frühstück, eine entspannte Kaffeepause oder das Genießen einer Torte im einzigartigen Sacher-Ambiente – das Café Sacher Graz war ein fester Bestandteil der kulinarischen Landschaft der Stadt.
In den vergangenen 22 Jahren arbeiteten durchschnittlich 16 engagierte Mitarbeitende an sieben Tagen pro Woche, ohne Schließtage. Ihr Einsatz und ihre Hingabe wurden von den Gästen geschätzt und trugen maßgeblich dazu bei, das Café zu dem besonderen Ort zu machen, der es war.
Warum das Café schließt: Eine nüchterne Entscheidung
Trotz des unermüdlichen Einsatzes und der Treue der Gäste war es nicht möglich, das Café wirtschaftlich nachhaltig zu führen. „Wir haben sorgsam und ausführlich jede Möglichkeit geprüft, das Caféhaus in die Gewinnzone zu bringen“, erläutert Matthias Winkler, CEO der Sacher Gruppe. Doch weder Umsatzsteigerungen noch signifikante Kostensenkungen konnten in einem Maße erreicht werden, das die Fortführung des Betriebs gerechtfertigt hätte.
„Leider haben wir keine Ansätze gefunden, die dies erstmals seit der Eröffnung im Jahr 2002 realisierbar erscheinen lassen,“ erklärt Winkler. Diese wirtschaftliche Realität führte zu der schweren, aber unausweichlichen Entscheidung, den Betrieb einzustellen.
Ein Kapitel endet, ein Wiedersehen bleibt möglich
Mit der Schließung des Café Sacher Graz endet ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der Sacher Gruppe. Doch eines betont Matthias Winkler: „Wir sagen Graz nicht Adieu, sondern auf Wiedersehen. Vielleicht ergibt sich zu einem anderen Zeitpunkt eine neue Möglichkeit, hier wieder ein Caféhaus zu eröffnen – wir würden uns freuen.“
Für die Gäste des Café Sacher Graz bedeutet dies zwar einen Abschied, doch die Erinnerung an die vielen besonderen Momente und der einzigartige Geschmack der Original Sacher-Torte bleiben unvergessen.














