Fisch ohne Fisch

Angelika Kraft

© Revo Food

Fischgenuss ohne schlechtes Gewissen? Das Wiener Startup Revo Food zeigt, wie pflanzliche Alternativen echte Meeresdelikatessen ersetzen können – nachhaltig, gesund und geschmackvoll.

Mittagspause. Auf dem Teller landet Fisch – eine leichte, schmackhafte und vermeintlich gesunde Wahl. Doch beim ersten Bissen schleicht sich das schlechte Gewissen ein: Die Meere sind überfischt, die Restbestände mit Schwermetallen belastet. Zuchtfisch aus Aquakultur ist auch nicht viel besser, weil mit Chemikalien und Antibiotika versetzt. Ein Dilemma zwischen Genuss und Verantwortung.

Revo Food, ein Wiener Startup rund um Gründer Dr. Robin Simsa, hat dafür eine Lösung gefunden: vegane Fischalternativen, die Geschmack, Textur und Vielseitigkeit echten Fischs nachbilden – ohne die Natur zu belasten.

Nachhaltig genießen

„Die Nachfrage nach pflanzlichen Fischalternativen wächst, weil immer mehr Menschen die negativen Auswirkungen des Fischfangs auf die Umwelt und die Meeresbewohner erkennen. Ich wollte eine Lösung finden, die es ermöglicht, weiterhin die Aromen und die Vielseitigkeit von Fisch zu genießen, ohne die Natur zu schädigen“, erklärt Simsa.

Also begab sich Simsa in die heimische Küche und experimentierte so lange mit pflanzlichen Proteinen aus Pilzen, Ölen und Gewürzen, bis er mit dem geschmacklichen Ergebnis zufrieden war. Und auch die gesundheitlichen Aspekte der veganen Fischalternative konnten sich sehen lassen: „Das verwendete Pilzprotein ist eines der besten Proteine, die man bekommen kann“, ist er überzeugt. Beigemischtes Algenöl ergänzt die Omega-3-Fettsäuren und zugesetzte Ballaststoffe fördern die Verdauung.

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Revolution aus der eigenen Küche

Doch die größere Herausforderung bestand darin, das Produkt in industriellem Maßstab wirtschaftlich herzustellen. Denn: „Wenn der Fischersatz im Supermarkt teurer ist als echter Fisch, kauft ihn niemand.“ Drei Jahre lang tüftelte der studierte Lebensmitteltechnologe mit seinem Team an einer Fertigungsanlage, die 3D-gedruckte Fischprodukte effizient produzieren kann. Im Oktober 2024 wurde schließlich die Taste Factory eröffnet – die weltweit größte Anlage für additive Lebensmittelproduktion. Hier lassen sich bis zu 60 Tonnen Filet pro Monat herstellen, die in Geschmack, Optik und Konsistenz mit echtem Fisch mithalten.

Simsa ist überzeugt, dass sein Produkt einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt leistet: „Unsere Hauptzutat, Pilzprotein, benötigt im Vergleich zur Tierhaltung deutlich weniger Land, Wasser und Energie. Es wächst innerhalb weniger Stunden und ermöglicht so eine schnelle, ressourcenschonende Proteinproduktion.“ Das schnelle Wachstum und der höhere Ertrag reduzieren den ökologischen Fußabdruck, senken CO₂-Emissionen und minimieren Landverbrauch.

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Große Vision, große Produktion

Die Produktpalette von Revo reicht von Fischaufstrichen über Räucherfisch bis hin zu veganen Meeresfrüchten. Das Vorzeigeprodukt bleibt das Lachsfilet, erhältlich in über 1.200 Supermärkten in der DACH-Region und europaweit online. „Die Zukunft der Ernährung liegt in pflanzlichen Alternativen. Wir sehen großes Potenzial, unsere Vision von nachhaltiger, veganer Fischproduktion weltweit bekannt zu machen“, schließt Simsa.

Mit Revo Food bekommt der Wunsch nach Fisch ohne schlechtes Gewissen endlich eine geschmackvolle und praxistaugliche Lösung. Für Restaurants, Supermärkte und Endverbraucher ist das ein Genuss, der gut für die Meere und die Umwelt ist – ganz ohne Kompromisse bei Geschmack und Qualität.