Zwischen Ringstraße und Rindssuppe: STUWER bringt Beislkultur ans Schottentor

Sarah Stallinger

Das Schottentor ist Verkehrsknoten, Uni-Hotspot und Durchgang zur Innenstadt. Ein Ort, an dem man meist nur kurz verweilt, bevor die nächste Straßenbahn kommt oder der Weg Richtung Ringstraße weitergeht. Kulinarisch denkt man hier selten an einen Fixpunkt. Genau das hat sich mit STUWER am Schottentor geändert.

Roland Soyka versteht Beislkultur nicht als nostalgische Folklore. Für ihn war das Gasthaus immer ein Ort, an dem das Leben passiert. „Ich bin als Kind gerne in die Kirche gegangen“, sagt er, „weil ich wusste, dass es danach immer ins Gasthaus ging.“ Es geht nicht um Show, sondern um Gemeinschaft, Gespräche und einen Tisch, an dem man bleibt.

Roland Soyka

Dieses Gefühl übersetzt STUWER ins Heute. Zwischen Universität, Theaterpublikum und Innenstadt entsteht ein Lokal, das bewusst unaufgeregt wirkt und dennoch auf Qualität setzt. Studierende sitzen neben Stammgästen, Nachbarinnen neben Theaterbesuchern. Wer nur ein Glas trinken möchte, ist genauso willkommen wie jene, die den Abend ausklingen lassen wollen.

Im Mittelpunkt steht moderne Wiener Beislküche. Klassiker werden präzise gekocht und klar präsentiert. Eine gute Rindssuppe ist hier kein Nebendarsteller, sondern Statement. Saisonale Gerichte ergänzen die Karte und zeigen, dass Wiener Küche sich weiterentwickeln kann. Bodenständig, aber nicht banal. Vertraut, aber nicht verstaubt.

STUWER ist weder Retro-Wirtshaus noch Konzeptlokal. Es ist ein Beisl für den Alltag – mit mehr Präzision und Liebe zum Detail. Man kommt wegen der Klassiker, bleibt wegen der Atmosphäre.

Auch im zweiten Standort, STUWER Neues Wiener Beisl im Stuwerviertel, zeigt sich diese Haltung. Zwei Lokale, eine Idee: Wiener Küche mit Substanz, ohne Schnörkel.

Rund ums Schottentor bedeutet das: erst Ringstraße, dann Rindssuppe. Und vielleicht bleibt man doch länger als geplant.