Das Hegel: Neuübernahme eines Klassikers 

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Manuel Abel führt das Lokal, gemeinsam mit seinem Vater Markus Abel.

Das Hegel in der Johannesgasse wird als Familienbetrieb weitergeführt, mit umfangreichem Frühstücksangebot und Mittagsmenü.

Mehr als 100 Jahre Café-Geschichte stecken in den Räumlichkeiten. Nach einer längeren Leerstandsphase wurde das Lokal im ersten Bezirk nun neu übernommen, mit Respekt vor dem Bestand des bekannten „Hegelhof“ und einem positiven Blick nach vorne. „Es gibt das Lokal schon über 100 Jahre“, sagt Manuel Abel, der neue Betreiber. In den vergangenen Jahren sei vieles verändert worden, „früher war es viel uriger“. Der neue Ansatz: modernisieren, ohne den Charakter zu verlieren.

Sanfte Modernisierung 

Große bauliche Eingriffe war nicht notwendig. „Wir haben außer der Einrichtung nicht viel verändert“, erklärt Abel. Pflanzen, neue Lichtstimmung und ein frisch montierter Spiegel prägen den Raum. Auch Kunst spielt eine Rolle: In Zusammenarbeit mit der Galerie von Joe Lindengrün wechseln die Bilder an den Wänden regelmäßig und können auch gekauft werden.

Familienprojekt mit klarer Rollenverteilung

Hinter dem Projekt steht ein Vater-Sohn-Team. Manuels Vater Markus Abel führt die Roo Bar in der Hegelgasse und gemeinsam haben sie das Hegel übernommen. „Mein Vater hält sich bewusst im Hintergrund“, sagt Abel, „ich leite den Betrieb beziehungsweise stehe in der Küche.“ Der gelernte Koch ist vor rund einem halben Jahr vom niederösterreichischen Wieselburg nach Wien gekommen und treibt das Tagesgeschäft voran.

Frühstück als Herzstück

Kulinarisch setzt Das Hegel auf klassische österreichische Küche mit zeitgemäßen Ergänzungen. Der Fokus liegt aktuell klar auf Frühstück. „Standardsachen wie Wiener Frühstück müssen sein, dazu gibt es auch ausgefalleneres mit Avocado, Lachs, Burrata, Prosecco und so Geschichten“, beschreibt Abel das Angebot. Die Preise bewegen sich – für den ersten Bezirk – auf moderatem Niveau. Vor allem beim Mittagessen.

Mittagsmenü und kleine Abendkarte

Seit Kurzem gibt es auch ein Mittagsmenü, das besonders von den umliegenden Büros angenommen wird. Jeweils ein Fleischgericht (11,80 Euro) und ein vegetarischer Tagesteller (9,80 Euro) inklusive einer Suppe stehen zur Auswahl, wobei man sich mittwochs immer auf Schnitzel freuen darf. Abends bleibt die Karte bewusst reduziert: Gulasch, Käsespätzle oder Würstelgerichte. „Einfach so schnelle Gerichte für den Abend, falls man noch Hunger hat.“ Perspektivisch soll das Angebot erweitert werden – mit österreichischen Weinen und einer kleinen After-Work-Auswahl. Spätestens, wenn der Schanigarten auf der Johannesgasse zum Einsatz kommt, wird es Zeit für spritzige Getränke.

Kaffee, Kuchen und Hausgemachtes

Großen Wert legt das Team auf Qualität bei Kaffee und Mehlspeisen. Der Kaffee kommt von Naber und das Feedback dazu sei durchwegs positiv. Dazu gibt es Süßes, wie Apfelstrudel und Kuchen. „Da schauen wir natürlich, dass alles hausgemacht ist“, so Abel.

Live-Musik und Sommerpläne

Auch kulturell hat Das Hegel Ambitionen. Kleine Musikformate – in Zusammenarbeit mit der mdw (Musik für Musik und darstellende Kunst) – sind geplant, unkompliziert und ungezwungen. „Wir wollen keine Party machen“, sagt Abel, „aber eine angenehme Atmosphäre mit Live-Musik schaffen.“ Der Schanigarten soll im Frühling begrünt werden und die Büro-Menschen rundherum anziehen. Aktuell ist das Café werktags von 8 bis 21 Uhr geöffnet, samstags bis 15 Uhr. Sonntage bleiben vorerst geschlossen – das könnte sich im Sommer aber noch ändern.

Das Hegel

Johannesgasse 16, 1010 Wien

Mo-Fr: 8-21 Uhr, Sa: 8-15 Uhr