Moderne türkische Küche in einem neu gestalteten Ecklokal. Lieben wir.
Chef „Efe“ (eigentlich Murat Ankun) hat am Rudolfsplatz im ersten Bezirk mit dem Kübey ein neues Lokal eröffnet, das sich der anatolischen Küche in Tapas-Form widmet. Der Betrieb startete Mitte Dezember, ohne großes Eröffnungs-Tamtam, läuft aber seit Beginn gut. „Wir wollten einfach aufsperren und schauen, wie es sich entwickelt“, so Efe.

Das Kübey befindet sich in einem Ecklokal, in dem zuvor ein Gasthaus untergebracht war. Spuren davon sind im Innenraum noch erkennbar, etwa durch verbliebene Holzvertäfelungen an einzelnen Wänden. Im Zuge der Renovierung kam an der Decke ein Gewölbe mit alter Bemalung zum Vorschein. Diese wurde bewusst freigelegt und belassen.
Der restliche Raum ist modern gestaltet: eine große Bar als Herzstück vor einer Wand voller Skulpturen. Die indirekte, zurückhaltende Beleuchtung war Efe besonders wichtig und schafft eine lauschige Atmosphäre, ausgelegt auf längere Abende, gute Gespräche und gemeinsames Essen. Wer auf der Suche nach einem Date-Lokal ist, hat es hier gefunden.

Musik als fixer Bestandteil
Auffällig ist die Musik-Ecke mit Plattenspielern und einer umfangreichen Vinylsammlung. Die Musik im Kübey kommt ausschließlich von Schallplatten. Das ist kein Zufall: Efe ist Musikliebhaber und hat in der Wiener Needle Vinyl Bar gearbeitet. Die Auswahl stammt aus seiner persönlichen Sammlung und ist Teil des Gesamtkonzepts.
Anatolische Tapas zum Teilen
Kulinarisch setzt das Kübey auf anatolische Tapas und ein Sharing-Konzept. Das Prinzip ist aus der türkischen Küche mit Mezze vertraut und auch in Wien etabliert. Die Karte ist übersichtlich gehalten und darauf ausgelegt, mehrere Gerichte zu teilen.
„Ich möchte moderne, türkische Küche anbieten, abseits von Kebab und Holzkohlegrill. Die anatolische Kulinarik hat viel mehr zu bieten und ist eine Mischung aus vielen Kulturen“, erzählt Efe. Er empfiehlt, mit etwa zwei Gerichten pro Person zu rechnen, ergänzt durch hausgemachtes Brot und gemeinsames Probieren. „So bekommt man einen guten Überblick und wird auf jeden Fall satt“, sagt er. Wer unsicher ist, lässt sich am besten was empfehlen: Manti, das sind türkische Dumplings mit Minzjoghurt, sowie Kuyruk, geschmorter Ochsenschwanz (ähnlich Pulled Beef) auf Lavash-Brot mit Rucola und Feigensenf waren zwei absolute Highlights. Die klassische Baklava als süßer Abschluss versteht sich von selbst.

Küche jenseits von Kebab und Grill
Efe ist in Istanbul geboren und lebt seit er 19 ist in Österreich. Er hat in Wien studiert und parallel immer in der Gastronomie gearbeitet. Das Kübey ist sein erstes eigenes Lokal. „Ich wollte eine andere Seite der türkischen Küche zeigen – eine modernere Version, die über Kebab und Holzkohlegrill hinausgeht“, erklärt er.
In der Küche arbeitet ein 24-jähriger Koch, ebenfalls aus der Türkei. Das Team ergänzt sich gut und hat die gleichen Vorstellungen von moderner anatolischer Küche inklusive zeitgemäßer Präsentation dieser.

Drinks zwischen Klassik und Eigenkreationen
Die Getränkekarte umfasst klassische Cocktails wie Negroni-Variationen und Martinis, ergänzt durch eigene Kreationen. Dazu gehören etwa der Kübey Spritz mit Lillet Blanc, Pink Grapefruit, Rosenwasser und Prosecco oder der Anatolian Sour mit Raki, Granatapfelmelasse, Zitrone, Honig und Minze.
Aktuell ist das Kübey ab 17 Uhr geöffnet. Für die Zukunft sind weitere Formate denkbar, etwa Brunch, Events oder Kooperationen, jedoch ohne fixe Termine. Für den Sommer ist ein Schanigarten in Richtung Rudolfsplatz geplant.
Rudolfsplatz 3, 1010 Wien













