Es gab einmal eine Zeit, da dachte man, Heumilch sei ein Pendant zu Hafer- oder Sojamilch. Weit gefehlt! Heute feiern wir zehn Jahre EU-Gütesiegel für eine eigene Milchsorte, die für traditionelle Fütterung der Kühe sowie geprüfte Qualität steht.
GastroNews zur bevorzugten Google-Quelle machenDass wir als Konsument*innen darauf achten, woher unsere Lebensmittel kommen, ist eigentlich Standard. Wer es sich besonders gut gehen lassen will, greift zu Bio-Qualität. Doch wer denkt auch darüber nach, was die Tiere, deren Produkte auf unsere Teller und in unsere Gläser kommen, täglich fressen? Bei der Heumilch ist die Fütterung ganz klar geregelt.
Die Heuwirtschaft ist die ursprünglichste Form der Milcherzeugung. Seit Jahrhunderten erfolgt die Fütterung der Milchtiere, angepasst an den Lauf der Jahreszeiten: Im Sommer kommen die Tiere auf die Weide oder Alm, wo sie mit viel frischer Luft, Gräsern und Kräutern versorgt sind. Währenddessen beginnt für die Bäuerinnen und Bauern die Heuernte – das Gras wird getrocknet und das so gewonnene Heu in Scheunen gelagert. Im Stall gibt es dann für Kühe, Ziegen und Schafe nur noch feinstes Heu und gelegentlich Getreideschrot.


Warum Heumlich?
Wie sagt man so schön: Du bist, was du isst. Das ist natürlich bei Tieren nicht anders. Die artgemäße Fütterung wirkt sich nicht nur positiv auf die Milchqualität aus:
- > Mehr Tierwohl
- > Schutz des Klimas
- > Förderung der Artenvielfalt
- > Erhalt wertvoller Böden
- > Ohne Gentechnik
Vergorene Futtermittel wie Silagen sind übrigens streng verboten. Mit dem Heumilch-Logo werden also nur Produkte ausgezeichnet, die sich an das Heumilch-Regulativ halten – das wiederum wird von unabhängigen, staatlich zertifizierten Stellen kontrolliert.
Früher konnten Betriebe ‘Heumilch’ auf ihre Produkte schreiben, wenn die Kuh nur am Heu vorbeigelaufen ist. Das ist heute zum Glück anders.
Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch Österreich
Der strenge Blick auf das Tierwohl und die Qualität von Milch, Käse & Co. hat sich bereits über die Ländergrenzen hinaus bezahlt gemacht: Die traditionelle Heuwirtschaft im Alpenbogen wurde als erstes System im deutschsprachigen Raum und als erstes Milcherzeugungssystem weltweit von den Vereinten Nationen als „landwirtschaftliches Kulturerbe von globaler Bedeutung“ anerkannt. Eine Auszeichnung im Sinne der Nachhaltigkeit!

Heumilch als die Zukunftsmilch
Rund 6.000 Heumilch-Landwirte gibt es Stand heute in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark, die von der ARGE Heumilch als Verein organisiert und vereinigt werden. 40 Prozent von ihnen produzieren in Bio-Qualität. Daneben gibt es auch Lieferanten und Betriebe in Bayern und Baden-Württemberg – Heumilch ist also längst kein rein österreichisches Ding mehr.
Das erklärt vielleicht auch die stetig steigende Nachfrage: Der Umsatz mit Heumilchprodukten im heimischen Lebensmittelhandel stieg im vergangenen Jahr um sechs Prozent und damit auf rund 179 Millionen Euro. Dafür wurden in Österreich 532 Millionen Kilogramm Heumilch verarbeitet.
Für unsere Heumilchbäuerinnen und -bauern schafft die europäische Anerkennung eine langfristige Perspektive. Dies zeigt sich auch wirtschaftlich.
Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch Österreich
Natürlich ist der Klimawandel eine Herausforderung, die der Landwirtschaft besonders zu schaffen macht. Heuer gab es etwa ein Viertel weniger Heuernte. Dennoch sind diese Hürden etwas, auf deren Bewältigung die Betriebe später stolz zurückblicken können. Die beste Motivation: der Milchpreis. Denn wer Heumilch produziert, darf sich über einen Zuschlag freuen und sichert sich damit auch für die Zukunft ab.
Ihr könnt jeden Tag entscheiden, für welchen Markt ihr produziert.
Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch Österreich



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