In einem ehemaligen Milchgeschäft im Weißgerber-Viertel zeigen Manuel Bartolacci und Partnerin Britt Kamper, wie Imbiss mit Pfiff und Charme geht. Genuss-Autor Marko Locatin war vor Ort.
Der Standort
Der Italiener Manuel Bartolacci und seine dänische Partnerin Britt Kamper suchten lange. Er u.a. Restaurantleiter im “Brickmarker’s“, später in der “Pizzeria Mari” haben sie mit anderen Teilhabern das “brösl” im Stuwerviertel gegründet, doch “es kam zu Zerwürfnissen.” Gefunden haben sie schließlich ein voll verglastes, helles ehemaliges Milchgeschäft im ruhigen Weißgerber-Viertel. Sanft adaptiert, rote Fließen, klassische Brettschneider Schank aus einem niederösterreichischem Wirtshaus, hübsche Lamperie. Charmant ist’s geworden. Erst Ende 2024 eröffnet, waren sie überrascht von der Akzeptanz und der Zuneigung der Gäste.
Wir wollten hier eigentlich alles etwas ruhiger angehen. Doch unsere Gäste haben das Konzept von Anfang an angenommen. Das positive Feedback hat uns schon überrascht und freut uns natürlich sehr!
Manuel Bartolacci und Britt Kamper Nielsen
Speis & Trank
Skandinavien, also auch Dänemark, ist bekannt für Muscheln, Käse und, sagen wir, experimentelle Getränke. So kann man hier arge spontan vergorene Natural-Weine, lustigen Cidre und süßen Kirschwein trinken. Auch dänisches Craft-Bier sowie süffiges Mühlviertler Bio-Hofstetter vom Fass ist vorrätig. Italien ist hier klassischer vertreten: Campari, Negroni und nicht zu vergessen: Cafe al Banco um 1,50.
Nun zu den Speisen. Bis 17 Uhr gibt es Frühstück mit Cafe, Kuchen, Croissants oder Käse, Schinken & Toast. Und natürlich die wunderbar fluffige Bio-Focaccia mit allerlei Füllungen. Lonza, Zitronenpesto & Rucola (siehe Bild oben), Beinschinken & Bergkäse, Salciccia & Salami und einiges mehr, die Füllungen wechseln. Dazu Ricotta, eingelegte Artischocken, Pane e Ragu. Ab 17 Uhr bereitet Manuel dann auch Salumi- und Käse-Teller, Burrata, Salate und ein Gericht dazu, ohne das man das Alice nicht verlassen sollte: Alice al Verde mit Kräutersalsa. Dessert: Tiramisu.
©Marko Locatin
Das Fazit
Charmanter Imbiss mit feinen Klassikern der italienischen Küche. Die hausgemachte Bio-Foccacia mit allerlei Füllungen ist schlicht großartig, die Anchovis mit grüner Salsa eine Speise mit Suchtfaktor 10 (von 10). Burrata & Co. würden auch in Italien “bella Figur” machen, wie auch das Ragu (Bolognese), wahlweise auf getoastetem Schwarzbrot oder mit Pasta. Weitere Empfehlung: Alles mit Artischocken.
Kleiner Wermutstropfen: Wer isst, solle ein wenig Zeit mitbringen, wer schnell vorbei kommt, nimmt einen Espresso al Banco (1,50!) Apropos Wermut: In Barcelonas brutalen Bars allgegenwärtig, trendet Wermut auch hier.
Ein feiner Platz zum Verweilen, oder wie Alice im Wunderland bemerkt:
“Die Zeit war eingeschnappt und blieb ganz und gar stehen…..”
Tipp: Weine zum Mitnehmen. Diverse Dosenfische und Muscheln, die so in Wien nirgends zu finden sind.
Alice
Mi-Sa: 10-22
So: 10-16
Krieglergasse 8
1030 Wien